Aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 6.4.2017:

Sprachen HAZ 6.4.2017

Einladung

zum

Landestag des Niedersächsischen Altphilologenverbandes mit Schwerpunkt „Griechisch“

23. September 2022

Wilhelm-Gymnasium Braunschweig

Leonhardstr. 63, 38102 Braunschweig

Programm

 

10.15 Uhr       Musikbeitrag des Wilhelm-Gymnasiums

10.20 Uhr       Eröffnung der Landestagung durch die Vorsitzende des NAV, Dr. Katja Sommer

10.35 Uhr       Begrüßung und Grußworte

10.55 Uhr       Musikbeitrag des Wilhelm-Gymnasiums

11.00 Uhr       Hilfe für den Gott

Religion und Aufklärung in Platons Euthyphron

Prof. Michael Erler, Würzburg

12.30 Uhr       Mittagspause und Möglichkeit zum Besuch der Verlagsausstellungen

14.00 Uhr       Arbeitskreise I

15.00 Uhr       Kaffeepause und Möglichkeit zum Besuch der Verlagsausstellungen

15.30 Uhr       Arbeitskreise II

16.30 Uhr       Ende des Landestages

Die Teilnahme am Landestag ist für Mitglieder des NAV kostenlos. Alle Besucher des Landestages müssen sich im Tagungsbüro anmelden, das ab 9 Uhr besetzt sein wird, und erhalten dort eine Teilnahmebescheinigung. Die Landestage des NAV sind vom Kultusministerium anerkannte Fachfortbildungen.

14:00

AK 1

Prof. Dr. Heinz-Günther Nesselrath, Göttingen

Lukian über richtigen und falschen Gebrauch der klassischen griechischen Sprache - Archaismus und Attizismus

In der frühen Kaiserzeit setzte sich in der griechischen Bildungselite des römischen Reichs nicht nur ein „classi- cistic“, sondern auch ein „Atticistic turn“ durch. Vor diesem Hintergrund ist eine Reihe von Schriften Lukians von Samosata zu sehen, in denen er sich humorvoll, aber auch satirisch und invektiv mit Entwicklungstenden- zen in der griechischen Rhetorik und im griechischen Sprachstil der eigenen Zeit auseinandersetzt: in seinem Essay „Der Redelehrer“, seinen Invektive „Gegen den ungebildeten Büchersammler“ und „Der Pseudo- Kritiker“, seinem Dialog „Lexiphanes“ und seiner Gerichtsredenparodie „Der Rechtsstreit der Konsonanten“. Im Arbeitskreis sollen diese Schriften etwas genauer vorgestellt und diskutiert werden.

14:00

AK 2

Dr. Maria Lühken, Hildesheim

Digitales im altsprachlichen Unterricht - Schwerpunkt Griechisch

Auch im Fach Griechisch bietet die Digitalisierung viele Chancen für eine schülerorientierte Unterrichtsgestal- tung. Je nach Wunsch der Teilnehmer:innen können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden: Verschie- dene Tools für die Textarbeit können ebenso vorgestellt und ausprobiert werden wie interaktive Übungen oder selbstgestaltete Erklärvideos. Falls gewünscht, können auch Möglichkeiten zur Eingabe griechischer Texte an PC und Tablet thematisiert werden.

Die Teilnehmer:innen sollten nach Möglichkeit ein internetfähiges Endgerät (Tablet, Notebook, notfalls Smartphone) mitbringen.

14:00

AK 3

Dr. Frank Wittchow, Verden

Sine ira sed cum studio! Die Annalen des Tacitus im Unterricht.

Im Arbeitskreis werden Autor und Werk vorgestellt und Textbeispiele für den Unterricht (Abitur 2024) gegeben.

14:00

AK 4

Dr. Matthias Hengelbrock, Oldenburg

Senecas epistulae morales im Lateinunterricht

15:00

Kaffee-Pause

15:30

AK 5

Stefan Gieseke, Hannover

Platons Euthyphron als erste Lektüre - Beispiele für sokratische Gesprächsführung (auch geeignet für Kursunterricht)

15:30

AK 6

Dr. Johanna Nickel, Köln

Der Totenfährmann als Kritiker des menschlichen Lebens? Lukians Charon als Übergangslektüre

Was ist wichtig im Leben? – Dazu ausgerechnet den Fährmann der Verstorbenen zu befragen, erscheint auf den ersten Blick widersinnig, zumal Charon in dem nach ihm betitelten Dialog zum ersten Mal in seiner Existenz auf die Erdoberfläche steigt, um sich das Leben der Menschen anzuschauen. Schon lange hatte ihn nämlich die Frage bewegt, warum die frisch Verstorbenen, die er in seinem Kahn in die Unterwelt übersetzen muss, immer dem Leben nachjammern. Charon betrachtet nun gemeinsam mit Hermes die Geschehnisse auf der Erde und auch einige Prominente, z.B. Solon im Gespräch mit dem reichen Kroisos, dem mächtigen Kyros und dem be- rühmten Athleten Milon von Kroton, und beobachtet, wie die Menschen trotz ihrer Abhängigkeit vom Schicksal und der Notwendigkeit des Todes nach irdischen Gütern streben. – Charons Antwort auf die Ausgangsfrage fällt schließlich recht kynisch aus.

Lukians Charon ist nicht nur aufgrund der existentiellen und lebensnahen Fragestellung als Übergangslektüre gut geeignet: Das gute Attisch Lukians kann den sprachlichen Anschluss an die Lehrbucharbeit erleichtern.

Darüber hinaus ermöglichen auch die schnellen Sprecherwechsel und meist kurzen Redebeiträge in diesem Dialog eine lockere und unterhaltsame Lektüre. Im Workshop soll mit Blick auf eine solche Lektüre eine Aus- wahl geeigneter Textstellen aus dem Charon untersucht werden.

 

15:30

AK 7

Dr. Frank Wittchow, Verden

Sine ira sed cum studio! Die Annalen des Tacitus im Unterricht.

Im Arbeitskreis werden Autor und Werk vorgestellt und Textbeispiele für den Unterricht (Abitur 2024) gegeben.

15:30

AK 8

Dr. Matthias Hengelbrock, Oldenburg

Senecas epistulae morales im Lateinunterricht

Neue Vorsitzende des Deutschen Altphilologenverbandes – „Nähe in der Distanz: Latein und Griechisch 2.0“

Auf einem virtuellen Vertretertag hat der Deutsche Altphilologenverband am vergangenen Wochenende turnusgemäß einen neuen Bundesvorstand gewählt. Geleitet wird die Vereinigung der Lehrenden der klassischen Sprachen Latein und Griechisch an Universität und Schule nun von Prof. Dr. Stefan Freund, Wuppertal. Ziel des neuen Vorstands ist es, den Bildungswert dieser Sprachen auch für eine digitalisierte Welt lebendig zu halten.

Nach über 15 Jahren als stellvertretender Vorsitzender und als Vorsitzender schied Hartmut Loos, Schulleiter des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer, aus dem Vorstand aus. In Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um den Verband wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Neben ihm beendeten Dr. Anne Friedrich, Halle, und Prof. Dr. Ulrich Schmitzer, Berlin, ihre Tätigkeit.

Neue stellvertretende Vorsitzende sind Dr. Katja Sommer, Lehrerin in Hannover und Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen, und Dr. Stefan Faller, der an der Universität Freiburg tätig ist und den Landesverband Baden-Württemberg leitet. Zum Bundesvorsitzenden wurde Prof. Dr. Stefan Freund gewählt, der an der Bergischen Universität Wuppertal Latinistik lehrt. Erneut hat der Deutsche Altphilologenverband, in dem etwa 6 000 Vertreter und Vertreterinnen der klassischen Sprachen Latein und Griechisch organisiert sind, Persönlichkeiten an seine Spitze gewählt, die den Anspruch der Organisation, universitäre Forschung und Lehre sowie schulischen Unterricht eng zu verzahnen, idealtypisch verkörpern.

„Unser Ziel ist es, den bleibenden Bildungswert des Lateinischen und Griechischen lebendig und nutzbringend zu erhalten in einer digitalen Welt und für eine Gesellschaft, die sich mit großen sozialen und ökologischen Herausforderungen konfrontiert sieht,“ formuliert Prof. Freund das Programm für die nächsten zwei Jahre. Dabei kann er darauf verweisen, dass der bei der Gründung vor fast 100 Jahren satzungsgemäß festgelegte Verbandszweck „die Bildungskräfte der Antike im geistigen Leben der Gegenwart, namentlich der Jugendbildung, zur Wirkung zu bringen“ auch angesichts der Herausforderungen unserer Zeit aktuell ist.

Einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels verspricht sich die Verbandsleitung vom Bundeskongress 2022, der auf Einladung des dortigen Latinisten Prof. Dr. Thomas Baier an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 11.04. bis 14.04.22 stattfinden und unter dem Motto „Nähe in der Distanz: Latein und Griechisch 2.0“ stehen wird.                     

Wolfram Schröttel
(Pressesprecher des DAV)

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