landestag 2018 teaser 1

Programm

des Landestages 2018
mit Schwerpunkt „Griechisch“
14. September 2018
Altes Gymnasium Oldenburg


10.15 Uhr Musikbeitrag des Alten Gymnasiums Oldenburg
10.20 Uhr   Eröffnung der Landestagung durch den Vorsitzenden des NAV, StD Stefan Gieseke
10.30 Uhr Begrüßung und Grußworte
11.10 Uhr Musikbeitrag des Alten Gymnasiums Oldenburg
11.20 Uhr

„Zurück zu Voß? – Möglichkeiten und Grenzen der Versübersetzung
am Beispiel der homerischen Epen“

Prof. Dr. Niklas Holzberg, München

12.15 Uhr  Mittagspause und Möglichkeit zum Besuch der Verlagsausstellungen
14.00 Uhr Arbeitskreise I
15.00 Uhr  Kaffeepause und Möglichkeit zum Besuch der Verlagsausstellungen
15.30 Uhr Arbeitskreise II
16.30 Uhr  Ende des Landestages

 

Der Besuch des Landestages ist für Mitglieder des NAV kostenfrei. Nichtmitglieder erhalten bei Abschluss einer einjährigen, kostenfreien Probemitgliedschaft Zutritt zu den Veranstaltungen des Landestages.

In der Mittagspause besteht die Möglichkeit zu einer warmen Mahlzeit in der Mensa der Schule (drei Gerichte zur Auswahl, darunter ein vegetarisches).

Adresse: Altes Gymnasium Oldenburg, Theaterwall 11, 26122 Oldenburg

Arbeitskreise:

14:00
AK 1

Prof. Dr. Dennis Pausch, Dresden
nec adfirmare nec refellere: Livius’ distanzierter Umgang mit der römischen Frühgeschichte
Während bei der Beschäftigung mit Livius’ Werk ab urbe condita in der Schule vor allem die affirmative Vermittlung traditioneller Wertvorstellungen anhand exemplarischer Heldentaten im Vordergrund steht, hat die Forschung der letzten Jahrzehnte gerade für die Darstellung der römischen Frühgeschichte die wiederkehrende Distanzierung des Autors von den dort wiedergegebenen Geschichten betont und die auf diese Weise erzeugte Zweifel des Lesers an der vollständigen Rekonstruierbarkeit von Vergangenheit als zentrale Aussage des Textes verstanden. Wie sich solche, oft als postmodern etikettierten Lesarten mit den primären Zielen der Auseinandersetzung mit Livius im Unterricht verbinden lassen, soll im Rahmen des Arbeitskreises diskutiert werden.

14:00
AK 2

Imke Tschöpe, Bremen
Wörterbucharbeit im Altgriechisch-Unterricht
Die Arbeit mit einem Wörterbuch für Altgriechisch stellt Schülerinnen und Schüler vor besondere, zusätzliche Herausforderungen im Vergleich zur Arbeit mit einem Wörterbuch anderer gängiger Fremdsprachen. Diese Herausforderungen sollen thematisiert werden. Es werden Lösungsansätze zur Bewältigung dieser Probleme präsentiert und zur Diskussion gestellt.

14:00
AK 3

Prof. Dr. Kaja Harter-Uibopuu, Hamburg  
Losen für die Demokratie. Der Einsatz des Kleroterions in Athen
Heute gilt die freie Wahl als Kern der Demokratie, die andererseits auf die Verfassung Athens in der klassischen Antike zurückgeführt wird. Darüber wäre jeder Athener erstaunt gewesen, denn noch im 4. Jh. v. Chr. war man der Überzeugung, erst mit dem Einführen des Losverfahrens die Macht der Adelsgruppen und ihrer Seilschaften wirklich gebrochen zu haben. Das Kleroterion, eine einfache Steinkonstruktion, diente dazu, das Erlosen von Amtsträgern und Geschworenen zu vereinfachen und jeglicher Manipulation zu entziehen. An der Universität Hamburg wurde 2016 ein Kleroterion nachgebaut, das hier vorgestellt werden wird.

15:00

Kaffee-Pause

15:30
AK 4

Alexander Beneke, Celle
Die Systemgrammatik als Hilfsmittel im Griechischunterricht
Mit der Einführung der überarbeiteten Kerncurricula ist die Systemgrammatik im Griechischunterricht zu einem zentralen Hilfsmittel geworden, das auch in den Klausuren ab der Jahrgangsstufe 11 zugelassen ist.
Für eine effiziente Nutzung der Systemgrammatik ist es unerlässlich, dass die Schüler in ihre Handhabung eingeführt werden, den Umgang mit ihr regelmäßig textgebunden trainieren und die Möglichkeiten, die sie als Hilfsmittel bietet, in ihrer ganzen Breite kennenlernen.
Im Arbeitskreis werden Wege einer zielgerichteten Einführung mit Anwendungsbeispielen vorgestellt.

15:30
AK 5

Dr. Katja Sommer, Hannover
Krise ohne Alternative? Orientierungsmodelle in den römischen Reformdiskursen des ersten vorchristlichen Jahrhunderts - ein Beitrag zur Einordnung von Ciceros Schrift de re publica
„Wir erklären, dass unser Leben wieder normal geworden sei, aber wir kennen die Norm nicht und glauben auch nicht, dass es eine gibt“, so beschrieb ein Zeitungskommentator unser modernes Lebensgefühl nach Überwindung einer politischen Krise. Das war für einen traditionsbewussten römischen Senator des 1. Jh. v. Chr. wie Cicero natürlich völlig anders: Die Norm war klar, der mos maiorum, und schloss auch das Verfahren zur Meinungsfindung ein, die nur durch den persönlichen gradus dignitatis eingeschränkte freie politische Rede im Senat.
Dass irgendetwas nicht mehr „normal“ war in den Abläufen der römischen Politik des 1. Jh., war den Zeitgenossen dabei durchaus bewusst, aber welche Handlungsorientierungen lieferten die vorhandenen Erklärungsmodelle und inwieweit können diese als zweckmäßig zur Bewältigung der Krise qualifiziert werden? Konnten aufgrund der Rückwärtsgewandtheit des mos-maiorum-Modells die führenden Senatoren die Notwendigkeit von Strukturveränderungen nicht erkennen, wie Christian Meiers These der res publica amissa behauptet? Ist dafür Livius' Geschichtsschreibung symptomatisch, der mit seiner Rede von remedia bereits in der praefatio deutlich macht, dass er mit der Körpermetapher ein im Wesentlichen ahistorisches Erklärungsmodell zugrundelegt? Von welchen Modellvorstellungen geht Sulla aus, indem er mit seinen Reformen ja durchaus die Notwendigkeit von Strukturveränderungen vorauszusetzen scheint? Auf welche Modelle greifen die Reformen Caesars und seines Fortsetzers Augustus zurück? Und ist Ciceros Schrift de re publica schließlich Politik mit anderen Mitteln, also ein Beitrag zu diesem Reformdiskurs, so wie die Schriften Sallusts, oder doch nur eine theoretische Beschäftigung, so lange er aus der aktiven Politik ausgeschlossen war, die einmal mehr zu dem Ergebnis kommt, dass die von den Vorfahren überkommene Ordnung die beste aller denkbaren ist, und so die Notwendigkeit von Strukturveränderungen implizit negiert?

15:30
AK 6

Dr. Jan Bernhardt, Berlin  
Drinnen und draußen. Geschlechterbilder im Griechischunterricht der Lehrbuchphase (Mythologia 13–16).
Geschlechterrollen prägen antike wie moderne Gesellschaften und sind für Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer eigenen Lebenswelt relevant. Im Vortrag soll daher das Potential einer ausführlicheren Thematisierung von Geschlechterfragen dargestellt werden, und zwar anhand des Lehrbuchs Mythologia. Die Ansätze und Materialien sollen zeigen, wie man ausgehend von einer Lehrbuchlektion und durch die Einbindung von Originaltexten und komplexen Fragestellungen den Bereich der Realienarbeit stärken und dabei auch Möglichkeiten für einen existentiellen Transfer in der Lehrbuchphase schaffen kann. Die Ausführungen des Vortrags lassen sich inhaltlich dabei auch auf das Fach Latein übertragen.

 

Der Niedersächsische Altphilologenverband möchte Sie herzlich zu dem am 14. September 2018 am Alten Gymnasium in Oldenburg stattfindenden Landestag einladen.  

Wir freuen uns, dass wir Herrn Prof. Dr. Niklas Holzberg als Referenten des Vormittags begrüßen dürfen. Das Thema seines Vortrages lautet:

"Zurück zu Voß? – Möglichkeiten und Grenzen der Versübersetzung am Beispiel der homerischen Epen"

Für das Alten Gymnasium in Oldenburg als Tagungsort haben wir uns entschieden, um das dortige Fachkollegium für seine engagierten Leistungen im Bereich des altsprachlichen Unterrichts zu ehren. 

Der Landestag beginnt um 10:15 Uhr. Am Nachmittag finden von 14:00 bis 15:00 Uhr und von 15:30 bis 16:30 Uhr jeweils drei Fortbildungsangebote statt:

  • Livius’ distanzierter Umgang mit der römischen Frühgeschichte
  • Wörterbucharbeit im Griechischunterricht
  • Losen für die Demokratie. Der Einsatz des Kleroterions in Athen
  • Die Systemgrammatik als Hilfsmittel im Griechisch-Unterricht
  • "Geschlechterfragen" - Mythologia-Lektionen 13-15
  • De re publica                                                                                    

(Stand: 1.8.2018)

Der Besuch des Landestages ist für Mitglieder des NAV kostenfrei.

Nicht-Mitglieder erhalten bei Abschluss einer einjährigen, kostenfreien Probemitgliedschaft Zutritt zu den Veranstaltungen des Landestages.

In der Mittagspause besteht die Möglichkeit zu einer warmen Mahlzeit in der Kantine der Schule.

Adresse: Altes Gymnasium Oldenburg, Theaterwall 11, 26122 Oldenburg     

Das Programm unseres Landestages, und die vollständige Übersicht über die Arbeitskreise finden Sie in Kürze hier!

 

landestag 2019 teaser

Beim diesjährigen Latinistentag am 20. 9. 2019 am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg wird es wieder zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten geben, u.a. Arbeitskreise zu den Zentralabiturthemen Vergil und Plinius.

Der Hauptvortrag am Vormittag wird sich mit dem Zentralabiturthema Vergil, Aeneis beschäftigen. Frau Prof. Christine Schmitz (Münster) konnte als Vortragende gewonnen werden.

nav stellungnahme fremdsprachen

Stellungnahme des Niedersächsischen Altphilologenverbandes im Rahmen des zweiten Anhörungsverfahrens zur Änderung untergesetzlicher Regelungen VO-GO und AVO-GOBAK sowie der EB-VO-GO und EB-AVO-GOBAK

Der Niedersächsische Altphilologenverband begrüßt ganz ausdrücklich die durch die Schulzeitverlängerung am Gymnasium beabsichtigte Reduzierung der Belastung der Schülerinnen und Schüler durch die zeitlich entzerrte Verteilung des Lernstoffes. Der NAV beklagt aber und kritisiert in aller Deutlichkeit, dass der Entwurf der VO-GO an vielen Stellen auch zu einer Reduzierung der Leistungsanforderungen und zu einer Entwertung von Leistungsbereitschaft führt. Dadurch wird die Qualität der gymnasialen Bildung nachhaltig Schaden nehmen. In der Folge werden sich die Zukunftschancen unserer niedersächsischen Abiturienten im Bundes- oder im internationalen Vergleich merklich verschlechtern.

Der NAV appelliert ausdrücklich, sich dem Verfall der Lernkultur, der im achtjährigen Gymnasium z.T. durch fehlende Lernzeit für eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung des Unterrichts „erzwungen“ war, entgegenzustellen, anstatt durch bewusste schulpolitische Entscheidungen die Entwertung der Bildung voranzutreiben bei gleichzeitiger Inflation der Vergabe guter und sehr guter Noten.