Landessieger RAC WilfriedStroh 2014

Mit der festlichen Abschlußveranstaltung in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel am 5. Juli 2014 ist der Durchgang 2014/14 des RAC abgeschlossen worden. An dieser Stelle berichtet Edgar Barwig, Koordinator für Wettbewerbe im Vorstand des NAV, ausführlich über den Verlauf, Themen sowie Zahlen und Fakten zum vergangenen Landeswettbewerb:

Aufgrund der stark verkürzten und hinsichtlich der regelmäßigen Tätigkeiten ungemein verdichteten ersten Hälfte des Schuljahres 2014/15 liegt leider erst jetzt verspätet der Rückblick auf den 16. Durchgang des Rerum Antiquarum Certamen vor. Ich bitte, die Verzögerung zu entschuldigen und hoffe auf das Verständnis der Leserschaft.

Unter meiner Leitung als Beauftragter für Wettbewerbe im Vorstand des NAV konstituierte sich im Frühjahr 2013 eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den Herren Dr. Martin Biastoch (Max-Planck-Gymnasium Göttingen), Burghard Gieseler (Albertus-Magnus-Gymnasium Friesoythe), Dr. Friedgar Löbker (Gymnasium Ulricianum Aurich) und Jens Michners (Evangelisches Gymnasium Nordhorn), in deren Rahmen Herr Michners die Wettbewerbsklausur im Fach Latein entwarf (Cicero, de officiis 2, 73-75) und Herr Dr. Löbker diejenige in Griechisch (Platon, Symposion 202e1-203c1). Landeseinheitlich wurde die Klausur am 29. Oktober 2013 an 67 (2011/12: 64) niedersächsischen Schulen, in diesem Fall ausschließlich Gymnasien, von 626 Schülerinnen und Schülern (2011/12: 582) geschrieben. Ein Klausurergebnis von 10 und mehr Punkten erzielten 224 Schülerinnen und Schüler (2011/12: 314) von 57 Schulen. Von 23 erstellten Griechischklausuren erzielten 10 ein zweistelliges Ergebnis. Der Durchgang 2013/14 war seit dem von 2007/08 der erste, dessen Klausurergebnisse direkt mit dem vorherigen vergleichbar sind. Der Durchgang von 2009/10 umfasste drei Jahrgänge, der von 2011/12 erstmals die Jahrgänge 11 und 12 statt wie vor 2009 die Jahrgänge 12 und 13. Vor diesem Hintergrund überraschen auf den ersten Blick die unterschiedlichen Anteile von Klausuren mit 10 und mehr Punkten in den Durchgängen 13/14 und 11/12, doch sind Schwankungen dieser Art nicht so ungewöhnlich, da die Klausuren pro Jahrgang stets anders ausfallen. Kritik an der Gestaltung der Klausuren ist insgesamt nur in geringem Maße geäußert worden. Mit diesem Ergebnis zeigt sich erneut, dass das Rerum Antiquarum Certamen im niedersächsischen Schulleben fest verankert ist.

Wer ein Klausurergebnis von 10 und mehr Punkten erreicht hatte, war für die zweite Runde im RAC, der Hausarbeit, qualifiziert. Landeseinheitlich fertigten 55 Schülerinnen und Schüler (2011/12: 65) von 30 Schulen (2011/12: 36) Hausarbeiten an. Auch hier sind erstmals wieder zwei Jahrgänge miteinander vergleichbar. Die Teilnehmerzahl liegt auch hier im Rahmen der Toleranzen, die in jedem Durchgang zu verzeichnen sind. Die Themen beruhen auf Vorschlägen der bereits oben genannten Arbeitsgruppe, aber auch einigen Kolleginnen und Kollegen, darunter auch fachfremden, von meiner Schule, dem Gymnasium Bersenbrück, gebührt hier besonderer Dank. Die Schülerinnen und Schüler konnten wie folgt auswählen:

  1. Insani Spectatores! Hysterie im Fanblock!
    Eine sozialkritische Analyse der antiken und modernen Fankultur.
    Textgrundlage: Plinius, epistulae 9,6
  2. Party Time – Luxus und Dekadenz in Petrons Satyrica und Suzanne Collins‘ Catching Fire
    Textgrundlage: Petron, Cena Trimalchionis
  3. Die Funktionalisierung der römischen Frühgeschichte in Vergils Aeneis
    Textgrundlage: Vergil, Aeneis VIII 626-674
  4. „Lass die Leute reden…“ Die Allmacht der Fama
    Textgrundlage: Vergil, Aeneis IV 173-194
  5. Das solarium Augusti – nur eine Sonnenuhr, funktionell und schön anzusehen?
    Textgrundlage: Sueton, De vita Caesarum II, cap. 28,3; Vergil, Aeneis I 286-296
  6. Romulus bei Cicero
    Textgrundlage: Cicero, De re publica II, 4
  7. Die Witwe von Ephesus – ein Musterbeispiel römischer Sittsamkeit?
    Textgrundlage: Petron, Satyrica, Kap. 111f.
  8. Odysseus und der Zorn des Poseidon
    Zur Aufgabenstellung gehört eine begründete Auswahl passender Textabschnitte aus Homers Odyssee
  9. Kallikles und Hitler
    Textgrundlage: Platon, Gorgias 483c6 – 484c3
  10. Perseus und Percy Jackson
    Textgrundlage: Homer, Ilias XIV, 320; Hesiod, Theogonie 270ff.
  11. Odysseus und Kalypso
    Textgrundlage: Homer, Odyssee V, 192-227

Das Abschlusskolloquium fand vom 03.-05. Juli 2014 wie stets seit 2006 in Wolfenbüttel statt. Der NAV wählte folgende Schülerinnen und Schüler als Landesbeste aus:

  1. Friederike Altmann (Gymnasium Ernestinum Celle)
  2. Kurt Böhm (Ratsgymnasium Goslar)
  3. Anne Bretschneider (Gymnasium Große Schule Wolfenbüttel)
  4. Eva Carlotta Freiin von Gablenz (Altes Gymnasium Oldenburg)
  5. Hanna Kremer (Gymnasium Carolinum Osnabrück)
  6. Laura Martin (Johannes-Althusius-Gymnasium Emden)
  7. Sean Reyhn (Gymnasium Groß Ilsede)
  8. Corinna Schäfer (Gymnasium Andreanum Hildesheim)
  9. Robert Schumacher (Liebfrauenschule Oldenburg)
  10. Diamanto Skopelitis (Gymnasium Lehrte)
  11. Helen Stamer (Gymnasium Große Schule Wolfenbüttel)
  12. Lea Juliane Wiemer (Teletta-Groß-Gymnasium Leer)

Die Zusammenarbeit mit der Studienstiftung des deutschen Volkes – zwei Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen des Abschlusskolloquiums werden direkt in die Studienstiftung aufgenommen – verlief ebenfalls problemlos, obwohl die Stiftung selbst kein Mitglied mehr in die Auswahlkommission entsendet. Diese bestand somit aus folgenden Fachkolleginnen und Fachkollegen: Edgar Barwig, Kerstin Blum (Gelehrtenschule des Johanneums Hamburg), Bernhard Breuing (Gymnasium Carolinum Osnabrück) Gabriele Stammermann (Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg) und Dr. Christian Stock (Nds. Landesschulbehörde, Regionalabteilung Hannover). Im Kolloquium selbst standen wieder Referate und Diskussionen sowie Einzelgespräche im Mittelpunkt. Die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst ausgewählten Referatsthemen wie etwa clementia. Machtinstrument und Mittlerin zwischen Recht und Gerechtigkeit oder Medizinethik – Der Eid des Hippokrates belegten erneut das erreichte hohe Niveau. Im Rahmen der festlichen Abschlussveranstaltung in der Herzog-August- Bibliothek wurden schließlich nach dem Festvortrag von Professor Dr. Wilfried Stroh zum Thema Rhetoriker gegen Philosophen: Der Streit um die Jugendbildung in der Antike gemäß der Entscheidung der Auswahlkommission in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen:

  1. Hanna Kremer (Gymnasium Carolinum Osnabrück)
  2. Robert Schumacher (Liebfrauenschule Oldenburg).

Herzlichen Glückwunsch!

Der NAV dankt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrkräften, die auch dieses RAC wieder durch ihr hervorragendes Engagement und mit viel zusätzlicher Arbeit ermöglichten. Ohne sie gäbe es das RAC nicht! Besonderer Dank gebührt zudem den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und der Auswahlkommission sowie Herrn Roland Hain als Ansprechpartner der Studienstiftung für die problemlose Kooperation. Die festliche Abschlussveranstaltung in der Herzog-August-Bibliothek geht auf das Engagement des langjährigen Vorsitzenden des NAV, Herrn Burghard Gieseler, zurück. Im Jahre 2006 fand sie zum ersten Mal statt und hat seitdem den Wettbewerb sehr bereichert. Nun hast Du Dich dort 2014 im Amt vom RAC verabschiedet, Burghard. Ganz herzlichen Dank für die stets gute Zusammenarbeit mit Dir im Rahmen und für das Anliegen des Wettbewerbs. Man möge mir dieses persönliche Wort nachsehen.

Bersenbrück, den 10.02.2015
Edgar Barwig
Koordinator für Wettbewerbe im Vorstand des NAV

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